Greifswald hat wieder einen Geistigen Rat

Im Jahre 1999 wurden in Greifswald und in Rostock zeitgleich und erstmals Geistige Räte der Bahá'í gewählt. Nach 17 Jahren konnte 2018 in Greifswald wieder ein Geistiger Rat gewählt werden. Alle Angelegenheiten der Bahá'í-Gemeinde werden auf örtlicher, nationaler und internationaler Ebene von demokratisch gewählten Körperschaften verwaltet, die sich aus neun Mitgliedern zusammensetzen. Es gibt bei der Wahl weder Kandidaten, noch Propaganda. Jeder erwachsene Gläubige wählt neun Mitglieder aus der Gemeinschaft, die er für geeignet hält. Die Bahá'í-Religion kennt kein Priestertum. Die Bezeichnung "Geistiger Rat" weist darauf hin, dass diese Gremien ihre Beratungen im Geiste des Gebets und der Dienstbarkeit führen und sich dabei um die bestmögliche Entscheidung zum Wohle der Gemeinschaft bemühen.

"Es ist für Greifswald eine sehr junge Erfahrung. Wir wissen von Ortschaften in Asien und Afrika, in denen der Geistige Rat eine feste Institution des Dorfes geworden ist. Jeder, der Schwierigkeiten hat, eine gute Lösung zu finden, wendet sich ganz natürlich an seinen Geistigen Rat, denn er vertraut darauf, dass eine Entscheidung im Sinne der Wohlfahrt für alle gefunden werden kann", berichtet ein Mitglied des Geistigen Rates Greifswald. "Während unsere heutige Gesellschaft das Individuum ins Zentrum rückt, fordern die Lehren Bahá'u'lláhs die Menschen auf, ihre eigene Entwicklung mit dem Wohl der Gemeinschaft in Einklang zu bringen". Damit bekennen sich die Bahá'í in Greifswald, wie auch über 7 Millionen weltweit, zum Vermächtnis Bahá'u'lláhs: "Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger".